Kampf gegen Drogenkriminalität

Seit den 1980er-Jahren nimmt der Kampf gegen die Drogenkriminalität einen wichtigen Platz im Leben von Luzi Stamm ein. Zürich leistete sich damals mit dem „Platzspitz“ einen der schrecklichsten offenen Drogenszenen weltweit, der sogenannte „Zürich Needle Park“ wurde weltweit berühmt. Als junger Richter mischte er sich unauffällig unter die Drogensüchtigen und machte „Lockvogel-Käufe“; das soeben gekaufte Heroin übergab er den wenige Meter daneben stehenden Polizisten und kritisierte den Zürcher Stadtrat vehement. In einem Rundbrief, den er an Tausende von Politikerinnen und Politiker schrieb, schlug er konkrete Lösungen: Luzi Stamm Lösungs-Vorschläge „Needlepark“ Platzspitz 15.10.94
Hintergrund: Der Platzspitz-Skandal
Ende der 80er- und anfangs der 90er-Jahre herrschten in Zürich die weltweit skandalöseste Drogenszene, gegen die niemand etwas unternahm. Als damaliger Gerichtspräsident von Baden – nur gerade 20 km vom Platzspitz weg – war ich mit diesen Missständen extrem konfrontiert. Ich setzte mich monatelang mit grossem Engagement gegen die Missstände ein. Die zwei Elemente, mit denen man den Drogensumpf hätte eliminieren können, sind einfach;
– Wenn man Drogenverkäufern eine Falle stellt und sich Polizisten als Drogenkäufer ausgeben, sind die die Drogen-Dealer in kürzester Zeit überliefert.
– Wenn man gleichzeitig den schwer Süchtigen die Drogen staatlich abgibt, bricht die Nachfrage zusammen und Umschlagplätze wie der Platzspitz / Letten werden stillgelegt.
Ich schrieb damals einen offenen Brief mit dem Titel „Die Drogenhölle beim Letten in Zürich muss endlich beseitigt werden“, den ich an zahlreiche Politikerinnen und Politiker verschickte. PDF
Es ist erfreulich, wie viele positive Rückmeldungen ich erhielt. Ich hoffe, dass dieser Brief einen kleinen Beitrag leistete, dass die offene Drogenszene Zürich kurz darauf eliminiert werden konnte.
Brandanschlag
Im November 1991 wurde mitten in der Nacht auf seine Wohnung ein Brandanschlag verübt. Die Familie konnte auf dramatische Art und Weise im letzten Moment auf der Wohnung retten. Er konnte sein damals zweijähriges Töchterchen im letzten Moment aus dem Bettchen reisen. Die Brandwunden sind noch heute als Narben an den Armen von Luzi Stamm retten. Natürlich machte dieser Brandanschlag damals in der ganzen Schweiz Schlagzeilen.
Schlagzeilen hatte während seiner Zeit am Gericht vor allem auch der „Fall Lardelli“ gemacht, in welchem ein Mann aufgrund von Indizien als dreifacher Mörder verurteilt wurde. Der Mann hat später seine Tat zugegeben. Kürzlich wurde in einer Filmserie „die 10 spektakulärsten Mordfälle“ der Schweiz über diesen Fall ein einstündiger Film gedreht (Interviewpartner der damalige Staatsanwalt, der damalige Verteidiger sowie der damalige Richter Stamm).
Link zum Fall
Mit beängstigender Regelmässigkeit bekommt Stamm bis heute Drohungen:
So wurde ihm zum Beispiel eine tote Maus in den Briefkasten gelegt, beigelegt war die folgende Katzenfoto (Bild oben)
Immer wieder erhält er Drohungen wie das hier angefügte E-Mail (wenni dich gsehe wirsch gfloltered und ermordet (wenn ich Dich sehe, wirst Du gefoltert und ermordet).
Besonders gravierend war der Vorfall, als ihm künstliches Blut auf die Terrasse geworfen wurde. Die Polizei sprach von einer klaren Morddrohung. Eben erst am 8. April 2024 rückten sieben Polizisten aus (Polizei-Abteilung „Personen-Schutz“), um ihn in seinem Haus zu schützen.




